Haus­halts­re­de des Vor­sit­zen­den der CDU-Frak­ti­on im Kreis­tag

Es gilt das gespro­che­ne Wort!

Haus­halts­re­de Lud­wig Schul­te, Vor­sit­zen­der der CDU-Frak­ti­on im
Kreis­tag des Hoch­sauer­land­krei­ses,
am Frei­tag, 20. Dezem­ber 2019, um 14 Uhr

Sehr geehr­ter Herr Land­rat,
Sehr geehr­ter Kreis­käm­me­rer,
mei­ne sehr geehr­ten Damen und Her­ren,
es ist schon erstaun­lich, wie robust sich unse­re Kon­junk­tur im mitt­ler­wei­le elf­ten Jahr nach der letz­ten gro­ßen Wirt­schafts- und Finanz­kri­se im Jah­re 2008 erweist. Trotz welt­weit bestehen­der Risi­ken – ich will hier stell­ver­tre­tend nur die Stich­wor­te „Straf­zöl­le“ und „Bre­x­it“ nen­nen – erreicht das Steu­er­auf­kom­men in Bund, Län­dern und Gemein­den immer neue Höchst­stän­de. Hier­mit kor­re­spon­diert, dass auch die im Gemein­de­fi­nanz­aus­gleich ver­füg­ba­ren Mit­tel sowie die Steu­er- und Umla­ge­kraft der kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den immer noch neue Rekord­wer­te errei­chen.
Trotz­dem sind nicht nur Anzei­chen einer Rezes­si­on spür­bar, sie wer­den uns auch bei Gesprä­chen mit Fir­men­in­ha­bern und Wirt­schafts­ver­tre­tern deut­lich gesagt und mit auf den Weg gege­ben.

Die dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen des Kli­mas auch in unse­rem Land haben gro­ße Spu­ren hin­ter­las­sen. Durch die hart­nä­cki­ge, immer wie­der­keh­ren­de For­de­rung, den Kli­ma­schutz in den Fokus zu stel­len, hat die Bun­des­re­gie­rung mit dem Kli­ma­schutz­ge­setz ihren Weg auf­ge­zeigt, um die Kli­ma­zie­le zu errei­chen. Hier­für gebührt den jun­gen Men­schen unser Respekt. Unse­re Auf­ga­be ist es, die­ses berech­tig­te Anlie­gen sach­lich und ziel­ge­rich­tet in der Kom­mu­nal­po­li­tik zu bear­bei­ten. Hier­bei müs­sen wir aber alle Aspek­te mit ein­wir­ken las­sen:
• Tech­nisch sinn­vol­le Lösun­gen
• Gemein­sam mit der Wirt­schaft nach einem Weg suchen
• Kei­ne Ver­bo­te und Bevor­mun­dun­gen
• Bezahl­ba­re und jeder­zeit ver­füg­ba­re Ener­gie für die Men­schen und die Wirt­schaft
Also kei­ne Schnell­schüs­se oder Hys­te­rie, son­dern ste­tig und lösungs­ori­en­tiert an dem The­ma arbei­ten. So wie wir das in die­sem Haus immer getan haben.

Mei­ne Damen und Her­ren,
ein ereig­nis­rei­ches Jahr liegt hin­ter uns. Wir im Kreis, im Kreis­tag und in der Kreis­ver­wal­tung haben viel erreicht und bedeu­ten­de Mei­len­stei­ne gesetzt, u. a.:
• Neu­eröff­nung des Sauer­land­mu­se­ums
• Auf­takt zur Regio­na­le 2025
• Ver­ab­schie­dung gro­ßer Inves­ti­ti­ons­sum­men in unse­re Berufs­kol­legs
zei­gen die kon­ti­nu­ier­li­che Arbeit auf.

Mei­ne Damen und Her­ren!
Mit dem Umbau und Erwei­te­rungs­bau des Sauer­land-Muse­ums ist ein wirk­lich gro­ßer Wurf gelun­gen. Auch wenn die Eröff­nungs­ze­re­mo­nie durch plötz­lich ein­ge­tre­te­nen Stark­re­gen nicht zu Ende gebracht wer­den konn­te, hat das der Begeis­te­rung über das Gebäu­de kei­nen Abbruch getan. Wir freu­en uns, dass jetzt das Sauer­land-Muse­um in kom­plet­ter Form als „Muse­ums- und Kul­tur­fo­rum für Süd­west­fa­len“ am Start ist. Von außen wirkt der Neu­bau monu­men­tal, von innen weit­läu­fig, hell und modern.

Die­ser gro­ßen Inves­ti­ti­on wer­den wei­te­re gro­ße Inves­ti­tio­nen fol­gen, vor­ran­gig in unse­re beruf­li­chen Schu­len. Für uns als CDU-Frak­ti­on hat der Bil­dungs­stand­ort Hoch­sauer­land­kreis höchs­te Prio­ri­tät. Vor Ort ein qua­li­fi­zier­tes und inter­es­san­tes Ange­bot für beruf­li­che Schu­len zu schaf­fen, bin­det die jun­gen Leu­te an unse­re Regi­on und kommt der Wirt­schaft zugu­te. Die Vor­aus­set­zung für Inno­va­tio­nen ist eine gute Bil­dung. Unse­re Berufs­kol­legs bie­ten ein brei­tes Ange­bot an unter­schied­li­chen Schwer­punk­ten. In der Schul­ver­wal­tung und im RBBN (Regio­na­les Berufs­bil­dungs­netz­werk) sind gemein­sam mit den Berufs­kol­legs die Pro­fil­bil­der / Pro­fil­steck­brie­fe dar­ge­stellt wor­den. Hier wer­den die der­zei­tig ange­bo­te­nen Bil­dungs­gän­ge dar­ge­stellt sowie die zukünf­ti­ge Aus­rich­tung und Schwer­punkt­set­zung der Berufs­kol­legs mit der Ziel­set­zung der regel­mä­ßi­gen Anpas­sung. Die­ses Vor­ge­hen unter­stüt­zen wir aus­drück­lich.

Über 40 Mio€ wer­den wir für den Neu­bau am Berufs­kol­leg Ber­li­ner Platz in die Hand neh­men. In Hüs­ten wird ein neu­es Gebäu­de nach den moderns­ten päd­ago­gi­schen Gesichts­punk­ten gebaut, in dem das Ler­nen Spaß machen soll.
Weit über 10 Mio€ wer­den für das Berufs­kol­leg in Ols­berg ein­ge­stellt. In den nächs­ten Jah­ren steht auch die Sanie­rung des Berufs­kol­legs Mesche­de auf der Agen­da. Mit die­sen Maß­nah­men machen wir den Hoch­sauer­land­kreis zukunfts­fä­hig.

Bil­dung fängt in früh­kind­li­chem Alter an. Die Kin­der­be­treu­ung im Hoch­sauer­land­kreis wird wei­ter aus­ge­baut. Das Platz­an­ge­bot an Betreu­ungs­plät­zen für unter Drei­jäh­ri­ge konn­te in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich erwei­tert wer­den, da immer mehr Plät­ze benö­tigt wer­den. Dies zeigt schon die Stei­gung der U3-Plät­ze von 780 Plät­zen in 2014/2015 auf 1.147 Plät­ze in 2019/2020 – das ist in 5 Jah­ren eine Stei­ge­rung von 47%. Bekannt­lich sind in ver­schie­de­nen Städ­ten und Gemein­den neue Kin­der­gär­ten gebaut oder ange­baut wor­den.
Laut einer aktu­el­len Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung kom­men in NRW im Schnitt 8,7 Kin­der­gar­ten­kin­der auf eine päd­ago­gi­sche Fach­kraft. In Süd­west­fa­len kom­men im Schnitt 9,1 Kin­der auf eine Fach­kraft. Nur der Hoch­sauer­land­kreis liegt bei der Betreu­ung mit 8,4 Kin­der­gar­ten­kin­dern bes­ser als der NRW-Schnitt in allen süd­west­fä­li­schen Krei­sen. Der Hoch­sauer­land­kreis gilt nach wie vor als attrak­ti­ver Wohn­stand­ort für Fami­li­en und als fami­li­en­freund­li­cher Kreis. Dies ist uns ein beson­de­res Anlie­gen.
Ein wich­ti­ges The­ma ist für uns auch die Jugend­hil­fe im Hoch­sauer­land. In die­sem Bereich wird von der Ver­wal­tung eine sehr gute Arbeit geleis­tet. Trotz­dem kann es in Ein­zel­fäl­len zu unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen der Ver­wal­tung und der jun­gen Men­schen kom­men. In der Ein­rich­tung einer unab­hän­gi­gen Ombuds- und Beschwer­de­stel­le für jun­ge Men­schen, die auf Leis­tun­gen der Jugend­hil­fe ange­wie­sen sind, sehen wir als CDU-Kreis­tags­frak­ti­on einen wei­te­ren Bau­stein und eine sinn­vol­le Ergän­zung der Jugend­hil­fe des Kreis­ju­gend­am­tes. Es gibt den jun­gen Men­schen die Mög­lich­keit sich bei Unstim­mig­kei­ten an eine unab­hän­gi­ge Stel­le zu wen­den. Hier­zu haben wir einen Antrag gestellt, die­sem Antrag folg­ten die Mit­glie­der des Kreis­ju­gend­hil­fe-Aus­schus­ses in der Sep­tem­ber­sit­zung.

Von der Jugend­hil­fe kom­me ich zum Sozi­al­etat.
In dem Bereich Hil­fe zur Pfle­ge muss­te die Ver­wal­tung 2 Mio€ mehr ein­pla­nen. Der Zuschuss­be­darf liegt in 2020 bei 9.961.050€. Für das kom­men­de Jahr wird auf­grund des beab­sich­tig­ten Geset­zes zur Ent­las­tung unter­halts­pflich­ti­ger Ange­hö­ri­ger in der Sozi­al­hil­fe und in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe mit einer Fall­zahl­stei­ge­rung gerech­net. Dies ist erfreu­lich für die Ange­hö­ri­gen, aber letzt­end­lich muss es einer bezah­len.

Wei­ter möch­te ich heu­te das The­ma der Ent­wick­lung der Anzahl der Bedarfs­ge­mein­schaf­ten auf­grei­fen. Erfreu­li­cher­wei­se sind die Fall­zah­len von 8.831 Fäl­len in 2005 auf die Pla­nung 2020 auf 6.850 Fäl­le (die­se Zahl beinhal­tet 1.000 Bedarfs­ge­mein­schaf­ten aus dem Asyl­kreis) gesun­ken. Dies kor­re­spon­diert mit der Ent­wick­lung der Wirt­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Auch die Arbeits­lo­sen­zah­len sind wei­ter auf einem nied­ri­gen Niveau. Dies ist eine sehr erfreu­li­che Ent­wick­lung im Hoch­sauer­land­kreis, denn eine Arbeits­stel­le ist immer bes­ser als jede sozia­le Leis­tung.

Ein wei­te­rer stei­gen­der Bedarf besteht bei der Schul­be­glei­tung von Jugend­li­chen und Kin­dern. Hier ist der Zuschuss­be­darf in 2010 von 310.645€ auf 2,8 Mio€ in 2020 gestie­gen. Dies ist eine wich­ti­ge Auf­ga­be. Wir sehen aber an dem Bei­spiel die rasan­ten Erhö­hun­gen im Sozi­al­be­reich. Kom­mu­na­le Haus­hal­te wer­den immer schwie­ri­ger zu hän­deln, wenn die Sozia­len Kos­ten in sol­che For­men aus­ufern. Gebets­müh­len­ar­tig wei­sen wir Bund und Land dar­auf hin, dass ihre wohl­ge­mein­ten und oft rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen die Kom­mu­nen unkal­ku­lier­bar belas­ten und for­dern die Ein­hal­tung des Kon­ne­xi­täts­prin­zips ein.

Auch wenn in die­sem Jahr der Sozi­al­etat nicht wei­ter steigt, so ist der Bereich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Die Ent­las­tung der Kom­mu­nen von bestimm­ten sozia­len Aus­ga­ben aus dem Bun­des­haus­halt, wie z. B. bei der Grund­si­che­rung im Alter, ist der rich­ti­ge Weg. Wir als CDU-Frak­ti­on wer­den auch dar­auf ach­ten, dass wir die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen in die­sem Bereich im Auge behal­ten.

Aber, was gesell­schaft­lich wich­tig ist, muss geför­dert wer­den. Vom 25.11.2019 bis 10.12.2019 leuch­te­te das Kreis­haus in oran­ge. Unter dem Mot­to „Zon­ta says NO“ hat­te der Zon­ta Club Arns­berg zu die­ser Akti­on, die ein Zei­chen gegen Gewalt an Frau­en und Mäd­chen setzt, auf­ge­ru­fen.

Ich möch­te mich an die­ser Stel­le für die her­vor­ra­gen­de Arbeit im Frau­en­haus Arns­berg, das sich seit 30 Jah­ren für Frau­en und Kin­der in Not­si­tua­tio­nen ein­setzt, bedan­ken. Die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on hat beschlos­sen, sich für eine Erhö­hung des Fest­be­trags­zu­schus­ses von 35.000 auf 65.000€ aus­zu­spre­chen. Wir schla­gen vor, dass eine wei­te­re För­de­rung in Höhe von 10.000€ mög­lich ist, wenn gefor­der­te Nach­wei­se vor­ge­legt wer­den. Eben­falls sol­len die Zuschüs­se für die Frau­en­be­ra­tungs­stel­len in Arns­berg und Mesche­de erhöht wer­den, die eine wich­ti­ge Anlauf­stel­le für Frau­en sind. Hier­mit wol­len wir ein sicht­ba­res Zei­chen set­zen.

„Was lan­ge währt, wird end­lich gut“
Unser Antrag zur Ein­füh­rung des Smart­pho­ne-basier­ten Alar­mie­rungs­sys­tems, „Mobi­le Ret­ter“ ist am 1. Okto­ber 2019 im Hoch­sauer­land­kreis gestar­tet. Durch die Ein­füh­rung die­ses Alarm­sys­tems wer­den neben dem Ret­tungs­dienst im Not­fall auch wei­te­re qua­li­fi­zier­te Erst­hel­fer, die sich in der Nähe befin­den, alar­miert. Hier­durch wird eine schnel­le­re Erst­ver­sor­gung auf dem Land ermög­licht.

Der Hoch­sauer­land­kreis ist der ers­te Kreis in Süd­west­fa­len, der das Sys­tem „Mobi­le Ret­ter“ in Betrieb nimmt. Hier hat die Jun­ge Uni­on, feder­füh­rend Dr. Bernd Schul­te, eine gute Idee über­nom­men und auf den Weg gebracht. Es ist sehr erfreu­lich, dass wir kreis­weit bereits über 500 frei­ge­schal­te­te Mobi­le Ret­ter im Hoch­sauer­land­kreis haben.

Aus­drück­lich unter­stüt­zen wir den neu­en Weg des Hoch­sauer­land­krei­ses: die Grün­dung einer eige­nen Ret­tungs­schu­le im Feu­er­wehr­zen­trum Ens­te. Der Bedarf nach Mit­ar­bei­tern für den Ret­tungs­dienst ist groß und auf dem Arbeits­markt kaum zu bekom­men. Nicht zuletzt auf­grund der Umstruk­tu­rie­rung der Aus­bil­dungs­gän­ge im Ret­tungs­we­sen, las­sen sich frei­wer­den­de Stel­len äußerst schwie­rig und nur mit zeit­li­chen Ver­zö­ge­run­gen wie­der­be­set­zen. Bekannt­lich ist der ers­te Aus­bil­dungs­gang mit 20 Teilnehmer*innen gestar­tet.

Inten­siv und nach­hal­tig haben wir uns auch mit den Land­schafts­plä­nen befasst. Die Kol­le­gen Wil­ly Will­mes, Gerd Haf­ner und Paul Noe­ke haben mit ihren Vor­schlä­gen zur Lösung der auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen bei­getra­gen.

Bei der Auf­stel­lung der Land­schafts­plä­ne Sun­dern, Mesche­de und Arns­berg wur­de im Rah­men des Land­schafts­plans Sun­dern auf unse­re Initia­ti­ve in schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen ein „Forst­kom­pro­miss“ mit dem Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um ver­ein­bart. Die­ser „Forst­kom­pro­miss“ ermög­licht auch in Natur­schutz­ge­bie­ten einen Nadel­hol­z­an­teil von bis zu 20%. Damit ist für die Wald­bau­ern im Hoch­sauer­land­kreis ein gro­ßer Erfolg erzielt wor­den. Forst­wirt­schaft muss auch wei­ter­hin wirt­schaft­lich mög­lich sein. Dafür haben wir uns mit unse­ren Mög­lich­kei­ten ziel­ge­rich­tet ein­ge­setzt.
Die­se im Land­schafts­plan Sun­dern ver­han­del­te Basis wird jetzt auch für die Land­schafts­plä­ne Mesche­de und Arns­berg ange­wandt.

Mei­ne Damen und Her­ren!
Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma für den länd­li­chen Raum ist die Mobi­li­tät.
Mobi­li­tät ist ein hohes Gut in unse­rer Gesell­schaft. Die Auf­recht­erhal­tung der Mobi­li­tät gera­de auch für Men­schen, die den öffent­li­chen Nah­ver­kehr nut­zen müs­sen, erfor­dert beson­ders im länd­li­chen Bereich enor­me Anstren­gun­gen.
1. ÖPNV im länd­li­chen Raum, das ist nach wie vor eine wich­ti­ge, aber nicht immer ein­fa­che Auf­ga­be. Der Spa­gat zwi­schen dem finan­zi­el­len kom­mu­na­len Zuschuss und güns­ti­gen Fahr­kar­ten stellt uns vor schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen.
2. Die Ent­schei­dung für das Azu­bi-Ticket, also das Azu­bi-Abo für Voll­zeit­aus­zu­bil­den­de des Hoch­sauer­land­krei­ses war eine gute Ent­schei­dung. Nicht nur um die Mobi­li­tät der Aus­zu­bil­den­den zu unter­stüt­zen, son­dern auch um für die Attrak­ti­vi­tät einer Aus­bil­dung beim Hoch­sauer­land­kreis zu wer­ben.
3. Für den Kli­ma­schutz ist ein schnel­le­rer Aus­bau SPNV Ruhr-Lip­pe von höchs­ter Prio­ri­tät. Doch weder die Elek­tri­fi­zie­rung der Obe­ren Ruhr­tal­bahn noch die Tun­nel­sa­nie­run­gen kom­men im Ver­fah­ren wei­ter. Zu lan­ge Ver­fah­ren und Büro­kra­ti­sie­rung ver­hin­dern einen zügi­gen Aus­bau. Um es noch ein­mal deut­li­cher zu machen, da ist bis jetzt nichts pas­siert. Da kön­nen wir uns noch so vie­le Gedan­ken machen – im End­ef­fekt ste­hen wir auf der Stel­le. Wenn der Bau einer Straf­an­stalt pro­gnos­ti­ziert 6 bis 8 Jah­re dau­ert, dann zeigt das den Zustand unse­res Lan­des.
4. In länd­li­chen Gegen­den, wie dem Hoch­sauer­land­kreis, kön­nen wir auf abseh­ba­re Zeit nicht auf den Indi­vi­du­al­ver­kehr ver­zich­ten. Es gibt vie­le klei­ne­re Orte, wo der öffent­li­che Nah­ver­kehr nur wenig ange­bun­den ist, was unter finan­zi­el­len Grün­den auch nicht anders mach­bar sein wird.
Am 18.11.2019 ist das Teil­stück der A 46 bei Best­wig eröff­net wor­den. Ein Genera­tio­nen­pro­jekt, das die Erreich­bar­keit unse­rer Regi­on ver­bes­sert und den Stand­ort Hoch­sauer­land­kreis stärkt. Vor allem die Gemein­de Best­wig wird hier erheb­lich ent­las­tet. Die­se Ent­las­tung wün­schen wir uns auch für die Orte Ant­feld und Alten­bü­ren durch die Wei­ter­füh­rung der B7n, für die wir uns aus­drück­lich ein­set­zen. Genau­so wich­tig ist für unse­re Regi­on der Lücken­schluss der A 46 zwi­schen Hemer und Neheim.

Nach dem Mot­to „und jähr­lich grüßt das Mur­mel­tier“ machen unse­re Kreis­tags­kol­le­gen von Bünd­nis 90 / Die Grü­nen immer wie­der den Vor­schlag, die Bob­bahn zu ver­kau­fen oder zu ver­schen­ken. Heu­te noch­mal deut­lich gesagt, kei­ner kauft die Bahn oder lässt sich die Bahn schen­ken. Dar­über hin­aus haben wir gemein­sam mit Win­ter­berg die Bob­bahn in den letz­ten Jah­ren zukunfts­ori­en­tiert wei­ter­ent­wi­ckelt. Mit u. a. der Neu­ge­stal­tung des Ziel­be­rei­ches der VEL­TINS-Eis­Are­na oder der Moder­ni­sie­rung der Tech­nik ist die Bahn auf einem hohen Niveau ange­langt. Wir ste­hen als CDU-Frak­ti­on auch hin­ter der Bewer­bung der Aus­rich­ter­ge­mein­schaft BSC Win­ter­berg e.V. und Sport Zen­trum Win­ter­berg GmbH um die Aus­rich­tung der Bob&Skeleton – Welt­meis­ter­schaf­ten 2024 bzw. 2025 in der VEL­TINS-Eis­Are­na.

Ein wei­te­res The­ma, was uns jedes Jahr beglei­tet ist der Breit­band­aus­bau im Hoch­sauer­land. Nach mehr als zwei Jah­ren Vor­be­rei­tung hat mit dem Spa­ten­stich am 16.04.2019 der geför­der­te Glas­fa­ser­aus­bau im HSK begon­nen. Die Deut­sche Tele­kom hat das euro­pa­wei­te Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren gewon­nen, das der HSK für sei­ne 12 Kom­mu­nen durch­ge­führt hat. Mit dem För­der­pro­gramm wer­den unter­ver­sorg­te Gewer­be- und Orts­la­gen im Aus­bau­ge­biet per Glas­fa­ser ange­bun­den. Das Gesamt­vo­lu­men beläuft sich bekannt­lich im HSK auf rund 31 Mio€. Der Bund för­dert das Pro­jekt mit 9,24 Mio€, das Land NRW mit 7,7 Mio€. Die Städ­te und Gemein­den tra­gen einen Eigen­an­teil von 1,42 Mio€. Seit dem Spa­ten­stich wer­den Fein­pla­nun­gen durch­ge­führt, die ein­zel­nen Bau­ab­schnit­te fest­ge­legt und bereits rund 70 km Tief­bau fer­tig­ge­stellt. Es ist sehr erfreu­lich, dass 5.460 Haus­hal­te, Gewer­be­be­trie­be und 55 Schu­len in den nächs­ten Mona­ten ver­sorgt wer­den sol­len.

Gleich­zei­tig hat die TKG eine neue „Giga­bit Stra­te­gie für 2020 – 2025“ erar­bei­tet. Ziel sind 100%-gigabitfähige Ver­sor­gung und 1/3 ech­te Glas­fa­ser­an­schlüs­se bis ins Haus. Um das Ziel zu errei­chen sind wei­te­re ca. 60 Mio€ an För­der­mit­teln bean­tragt. Die Aus­schrei­bung läuft der­zeit. Erfreu­lich ist auch, dass die Stel­le des Breit­band-Koor­di­na­tors beim HSK (Lud­ger Lau­fer) für die nächs­ten 3 Jah­re mit 70.000€ pro Jahr vom Land wei­ter geför­dert wird, statt bis­her 50.000€. Wir bedan­ken uns bei Herrn Glu­sa und sei­nem Team für ihren Ein­satz. Lei­der hat das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um den Antrag der Süd­west­fa­len Agen­tur für das 5G-Inno­va­ti­ons­pro­gramm des Bun­des abge­lehnt, so wie heu­te in der West­fa­len­post zu lesen war. Auch wenn der För­der­be­trag nur 100.000€ betrug, so ist die Ableh­nung ärger­lich. Die­ses wird uns aber in Süd­west­fa­len nicht davon abhal­ten, bei dem The­ma des schnel­len Mobil­funk­net­zes vor­an zu gehen.

Bereits im vori­gen Jahr haben wir die Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie für die Ver­wal­tung des Hoch­sauer­land­krei­ses beschlos­sen. Das The­ma Digi­ta­li­sie­rung wird in der Ver­wal­tung fort­lau­fend wei­ter ent­wi­ckelt. Beson­ders posi­tiv bewer­ten wir die gemein­sa­men Ansät­ze des Krei­ses mit den Städ­ten und Gemein­den im HSK, z. B. das Doku­men­ten­ma­nage­ment­sys­tem Doxis. Auch wir in der CDU-Frak­ti­on hof­fen, dass die Digi­ta­li­sie­rung die stän­dig aus­ufern­de Büro­kra­tie in Deutsch­land über­win­det. Bei Fir­men­be­su­chen oder Gesprä­chen mit Selbst­stän­di­gen, Hand­wer­kern usw. ist die über­trie­be­ne Büro­kra­tie und Doku­men­ta­ti­ons­pflicht mit der beson­de­ren Stil­blü­te Daten­schutz­grund­ver­ord­nung ein stän­di­ges Dau­er­the­ma und Ärger­nis.

Im März wur­de das neue Per­so­nal­ent­wick­lungs­kon­zept ver­ab­schie­det. Die Gewin­nung von qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal, der Umgang mit orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­än­de­run­gen, die ver­än­der­te Art und Wei­se der Erle­di­gung von Auf­ga­ben und der Zusam­men­ar­beit, Auf­ga­ben­zu­wäch­se bzw. neue Auf­ga­ben­fel­der und stei­gen­der Leis­tungs­druck sind eini­ge Her­aus­for­de­run­gen, die die Arbeits­welt aktu­ell prä­gen und die Arbeits­wirk­lich­keit wan­deln.

Ziel die­ses Kon­zep­tes ist die Attrak­ti­vi­tät der Kreis­ver­wal­tung als Arbeit­ge­ber zu stär­ken und auf Dau­er ein qua­li­fi­zier­tes und moti­vier­tes Per­so­nal vor­zu­hal­ten. In die­sen Bestre­bun­gen unter­stüt­zen wir den Land­rat und die Kreis­ver­wal­tung aus­drück­lich.

Die neue Stel­le Soci­al-Media/In­ter­net­re­dak­ti­on wur­de bereits vor­ab beschlos­sen. Auch wir als CDU-Frak­ti­on haben uns hier­für aus­ge­spro­chen, da wir die Wich­tig­keit erkannt haben, denn immer weni­ger Men­schen sind über die klas­si­schen Print­me­di­en erreich­bar. Beson­ders jun­ge Men­schen infor­mie­ren sich über­wie­gend in den Sozia­len Medi­en und im Inter­net. Wenn man in den Berei­chen Home­page und Soci­al Media arbei­tet, muss das Ange­bot pro­fes­sio­nell und aktu­ell sein..

Der Land­rat hat in sei­ner Ein­brin­gungs­re­de berich­tet, dass die Anzahl der neu­en Aus­zu­bil­den­den und der­je­ni­gen, die eine wei­te­re Aus­bil­dung begin­nen, in den nächs­ten Jah­ren auf einem hohen Niveau blei­ben. Auch der Füh­rungs­nach­wuchs muss über Bedarf aus­ge­bil­det wer­den. Eine Ver­wal­tung ist nur so gut wie ihre Mit­ar­bei­ter. Auch wir sehen hier eine wich­ti­ge Zukunfts­auf­ga­be des Hoch­sauer­land­krei­ses und gehen die­sen Weg mit.

Wir stim­men dem von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­ten Stel­len­plan zu.

Mei­ne Damen und Her­ren,
der Land­rat hat bei der Ein­brin­gung des Haus­halts sei­ne ziel­lei­ten­den Punk­te und die unse­res Käm­me­rers Peter Bran­den­burg vor­ge­stellt:
• Eine wirt­schaft­li­che, effi­zi­en­te und nach­hal­ti­ge Haus­halts­füh­rung hat hohe Prio­ri­tät.
• Wir wol­len die Rah­men­be­din­gun­gen für eine bür­ger­freund­li­che und fach­lich kom­pe­ten­te Auf­ga­ben­er­fül­lung des Krei­ses schaf­fen.
• Es sol­len Impul­se für Inno­va­ti­on in der Regi­on gege­ben wer­den.
• Wir müs­sen im Per­so­nal­be­reich der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung ent­ge­gen­wir­ken sowie Fach­kräf­te gewin­nen und hal­ten.
• Die Bedürf­nis­se der kreis­an­ge­hö­ri­gen Kom­mu­nen, für die wir ein wich­ti­ger Dienst­leis­ter sind, wer­den beach­tet.

Die­se Punk­te und Her­an­ge­hens­wei­se begrü­ßen wir aus­drück­lich.

Der Hoch­sauer­land­kreis ist auch in die­sem Jahr in der Lage, mit den aus der lfd. Ver­wal­tungs­tä­tig­keit zu erwirt­schaf­ten­den liqui­den Mit­teln das geplan­te Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men grund­sätz­lich ohne Auf­nah­me wei­te­rer Inves­ti­ti­ons­kre­di­te zu finan­zie­ren. Ledig­lich für die im Rah­men des Lan­des­för­der­pro­gramms „Gute Schu­le 2020“ vom Land in Anspruch zu neh­men­den Mit­tel muss­te eine Kre­dit­er­mäch­ti­gung in Höhe von 4,1 Mio€ in den Haus­halt ein­ge­stellt wer­den.

Der Schul­den­ab­bau der letz­ten Jah­re war der rich­ti­ge Weg. Der Zins­auf­wand und die Til­gungs­zah­lun­gen sin­ken. Der Haus­halt 2020 erfährt beim Schul­den­dienst für inves­ti­ve Dar­le­hen eine Ent­las­tung von 774.740€ Hier­durch haben wir mehr Spiel­raum für die zukünf­ti­gen Inves­ti­tio­nen z. B. in die Berufs­kol­legs.

Über die Jah­re den Haus­halt ent­las­tet haben auch die jähr­li­chen Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen der RWE, seit 2001 bis 2019 ins­ge­samt fast 185. Mio€. Um es mal anders zu sagen, die Akti­en haben uns immer gut getan.
Mit dem seit 2017 ein­ge­schla­ge­nen Weg, der Ent­flech­tung der Struk­tu­ren im RWE-Sys­tem, sind wir gut auf­ge­stellt, um auch kurz­fris­tig agie­ren zu kön­nen. Nach wie vor aber hal­ten wir nichts von Aktio­nis­mus-Ver­kaufs­wün­schen der einen oder ande­ren Par­tei. Erfreu­li­cher­wei­se stei­gen nicht nur die Kur­se, son­dern die RWE ist wie­der auf Kurs.

Mit dem vor­lie­gen­den Gesetz­ent­wurf für das GFG (Gemein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz) ver­zich­tet die Lan­des­re­gie­rung auf den bis­her zu Las­ten der Finanz­aus­gleichs­mas­se gehen­den Vor­weg­ab­zug des „Stär­kungs­pak­tes Stadt­fi­nan­zen“. Die­se gute Ent­schei­dung der Lan­des­re­gie­rung kommt den Städ­ten und Gemein­den direkt zugu­te, immer­hin erhöht sich das für kom­mu­na­le Zuwei­sun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Volu­men um 124 Mio€. Ansons­ten ent­hält der Gesetz­ent­wurf kei­ne struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen zur Gemein­de­fi­nan­zie­rung.

Wie wir bereits in der Pres­se ange­kün­digt und in unse­rem Antrag for­mu­liert haben, sind wir der Auf­fas­sung, dass der Hebe­satz der all­ge­mei­nen Kreis­um­la­ge um ins­ge­samt 0,85%-Punkte gesenkt wer­den kann. Er liegt dann in 2020 bei 34,42%. Die­se gegen­über dem Plan­ent­wurf zusätz­li­che Hebe­satz­sen­kung um 0,45%-Punkte führt für unse­re Städ­te und Gemein­den zu einer um 1,8 Mio€ gerin­ge­ren Zahl­last. Der Käm­me­rer nennt in der Ände­rungs­lis­te die Haus­halts­po­si­tio­nen, die von Sei­ten der Ver­wal­tung eine Sen­kung um 0,2%-Punkte ermög­li­chen, dies ent­spricht einem Umla­ge­vo­lu­men von 820.000€. Wir als CDU-Frak­ti­on schla­gen vor, zur Deckung des dar­über hin­aus­ge­hen­den Finan­zie­rungs­be­darfs von rd. 1,0 Mio€, die in unse­rem Antrag genann­ten Haus­halts­po­si­ti­on noch in die Ände­rungs­lis­te auf­zu­neh­men und den danach ver­blei­ben­den Fehl­be­darf von ca. 600.000€ der Aus­gleichs­rück­la­ge zu ent­neh­men. Dies hal­ten wir für ver­tret­bar.

Auch wenn das The­ma Pen­si­ons­rück­stel­lun­gen den Haus­halt ein wenig durch­ein­an­der­ge­bracht hat, so hat der Käm­me­rer doch gute Lösungs­an­sät­ze gefun­den, und 10 Mio€ im Haus­halt inte­griert. Die auf­ge­zeig­te Vor­ge­hens­wei­se hal­ten auch wir für rich­tig und stim­men die­ser zu.

Bei der Jugend­amt­s­um­la­ge schlie­ßen wir uns dem Vor­schlag der Ver­wal­tung an. In den letz­ten Jah­ren steigt die Jugend­amt­s­um­la­ge ste­tig an. Wenn man in die Haus­halts­auf­stel­lung rein­schaut, las­sen sich die „Kos­ten­trei­ber“ schnell erken­nen. Bei den „Ambu­lan­ten Hil­fen zur Erzie­hung“ ist seit 2015 eine Stei­ge­rung von 161% auf 5,268 Mio€ fest­zu­stel­len und bei der „Sta­tio­nä­ren Hil­fe zur Erzie­hung steigt in der glei­chen Zeit der Zuschuss­be­darf um 66,8% auf 10 Mio€. Auch bei den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen steigt bekannt­lich der Zuschuss­be­darf immer wei­ter an. Ich möch­te hier­bei nicht falsch ver­stan­den wer­den, ob Hil­fen zur Erzie­hung oder Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen sind wich­ti­ge gesell­schaft­li­che Auf­ga­ben, wo wir als CDU-Frak­ti­on ganz klar hin­ter ste­hen.

Mei­ne Damen und Her­ren,
zum Schluss bedan­ke ich mich bei den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Ver­wal­tung, beson­ders bei Kreis­käm­me­rer Peter Bran­den­burg für die Erar­bei­tung und Erläu­te­rung des Haus­halts­ent­wurfs und wün­sche Ihnen alle eine schö­ne Weih­nachts­zeit und alles Gute für 2020.